

The Eternal and the Ephemeral (Das Ewige und das Vergängliche)
7 Tracks45 MIN2022
Le Chant du Monde — Harmonia Mundi
Die mittlerweile 15te Aufnahme in der Sammlung Le Chant du Monde greift ein zentrales Thema der spirituellen Reise der Seele auf – die Unbeständigkeit dieser Welt und die Beständigkeit der nächsten. Von Musikstück zu Musikstück erinnert uns Ostad Elahi daran, dass alles in dieser Welt vergänglich ist und dass ewige Glückseligkeit nur dort zu finden ist, wo wir dem Schöpfer nahe sind.
„Was Ostad Elahis Leben uns zeigt, ist, wenn wir auf die historischen oder mythischen Berichte der großen Weisen der Vergangenheit zurückblicken und uns manchmal fragen: „könnte eine so außergewöhnliche Person wirklich gelebt und auf dieser Erde gewandelt sein?“, die Antwort muss ja lauten, denn hier ist einer von ihnen, der vor kurzem unter uns war.“
– Theodore Levin
Professor für Musik, Dartmouth
Mehr zur Kunst und Philosophie in Ostad Elahis Musik erfahren Sie in Jean Durings The Spirit of Sounds: The Unique Art of Ostad Elahi (Cranbury, NJ: Cornwall Books, 2003).
Gereylī
Dieses Stück wird auf dem Choghūr,1 dem traditionellen Instrument der Barden Aserbaidschans gespielt. Dieser seltene Choghūr wurde in Hamadān gebaut. Die Form gleicht den Instrumenten aus Urmia mit zwei Reihen aus drei bzw. vier Saiten. Der Korpus in Kraweelbauweise mit Zargen sowie Resonanzboden aus Maulbeerholz und einem hohlen, kunstvoll verzierten Hals, was die Echtheit bestätigt, stammt aus dem 19. Jahrhundert. Auf dem Resonanzboden ist der Name „Seyyed Ali“ eingraviert.
Gereylī ist ein Teil dessen, was Ostad Elahi als „türkische Suiten“ oder genauer als die wesentlichen „königlichen Suiten“ bezeichnete. Die Bezeichnung dieser Stücke, welche die Intensität der eigenen Beziehung zum Geliebten zum Ausdruck bringen, bezieht sich auf die Zeit der ersten safawidisch-persischen Könige (ab 1501), die Türkisch sprachen.
Es handelt sich um eine fröhliche Melodie; das mit zahlreichen Saiten ausgestattete Instrument bietet ein großes Spektrum an harmonischen Resonanzen. Ostad Elahi spielt das Instrument auf seine ganz eigene Art und Weise: Zwischen Daumen und Zeigefinger hält er wie üblich ein Plektrum aus dem Holz des Kirschbaums. Mit den drei anderen Fingern kann er „Rolls“ (shor) erzeugen, die er mit den Anschlägen des Plektrums kombinierte.
Ostad Elahi spielte an dem Tag, an dem dieses Stück auf Band aufgenommen wurde, mehrere seiner Instrumente. Sehr zur Überraschung der Anwesenden griff er zum Choghūr und bewies, dass er auch dieses Instrument meisterhaft beherrschte. Er hatte in seiner Jugend gelernt, den Choghūr zu spielen, und war mit dem Repertoire des Instruments bestens vertraut. Zudem führte er innovative neue Spieltechniken ein, allen voran den Shor („Roll“). Er spielte den Choghūr immer seltener und spielte ihn in seinen letzten Lebensjahren gar nicht mehr. Daher ist dieser einzigartige Moment umso wertvoller. In der Folge nahm er alle türkischen Suiten, ungefähr 20 Stücke, in einer Sitzung auf. Es gibt lediglich eine andere Aufnahme, auf der Ostad Elahi den Choghūr spielt. Sie entstand als Teil der gleichnamigen Veröffentlichung von CD und Buch anlässlich der Ausstellung The Sacred Lute: The Art of Ostad Elahi (Paris: Le Chant du Monde/The Metropolitan Museum of Art, 2014), Shekaste, CD 2, Track 7.
1 Dieses Instrument ist zusammen mit einigen anderen aus dem Besitz Ostad Elahis in einer eigenen Vitrine in der Musikinstrumentengalerie des Metropolitan Museum of Art (The Met) ausgestellt.
Trackliste
Gereylī
The Eternal and the Ephemeral (Das Ewige und das Vergängliche)
Gereylī
The Eternal and the Ephemeral (Das Ewige und das Vergängliche)