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My Beginning and My End (Mein Anfang und mein Ende)

Samā

Samā1 hat zahlreiche Bedeutungen, darunter „Anhören“, und bezieht sich sowohl auf das mystische Konzert als auch auf den kosmischen Tanz, der durch dieses Anhören hervorgerufen wird. Diese Bedeutung trat im 13. Jahrhundert unter dem Einfluss von Mowlānā Rūmī in den Vordergrund. Diesem berühmten persischen Dichter und Mystiker zufolge „ist Samā nur ein kleiner Teil des ewigen Tanzes, in den sich die Seele eines Tages einreihen wird. Jedes Wesen nimmt an diesem kosmischen Tanz teil ...“2

Samā drückt eine Melodie aus, die „vom Firmament kommt“ (samāvāt: Himmel), in der Seele widerhallt und die Zuhörer in einem Tanz mitreißt, den Ostad Elahi als himmlisch beschrieben hat. Diese Improvisation wurde in den 1950er Jahren von Ostad Elahis ältester Tochter aufgenommen, als er alleine in seinem Zimmer spielte. Das auf einem fünfsaitigen Tanbur (panj sīmī)3 vorgetragene Stück ist ein gutes Beispiel für die einzigartige Technik Ostad Elahis, insbesondere seine einmalige Art und Weise, Spieltechniken des Tanbur mit denen der Setār zu verbinden (siehe auch Track 4).

Die Suite beginnt mit einer Reihe von Themen, die meist aus einfachen Tönen bestehen, um eine verstärkte Sensibilität zu vermitteln. Wiederkehrende Tremolos verleihen der Melodie einen intimen Charakter, der die tiefe Sehnsucht einer gefesselten Seele ausdrückt, die nicht zu ihrem Schöpfer zurückkehren kann. Die Melodie wird allmählich stärker, gestützt von einer Akkordbegleitung, die nach und nach die Tremolos ersetzt. Die Atmosphäre verändert sich durch alternierende Dissonanzen und frei fließende Soli. Nach einem Zyklus rhythmischer Variationen mit Rubato (Verlangsamung mit folgender Rückkehr zum Tempo) wird der Klang voller und die Bewegung des kosmischen Tanzes reißt die Seele in einem immer stärker werdenden Fluss mit sich, der von folgendem Gesang begleitet wird:4

Āmān sad āmān wa āmāna kū
Ya das[t]-e mena / Ali wa dāmān-e to

Deine Hilfe rief ich hunderte von Malen an, aber wo ist Deine Hilfe?
Hier ist meine Hand, die den Saum Deiner Robe ergreift.


1 Siehe Ostad Elahi, Celestial Dances, CD (Paris: Le Chant du Monde, 2005).2 Jean During, Musique et extase (Paris: Albin Michel, 1988), 200.3 Panj sīmī: Eine besonderer, fünfsaitiger Tanbur (zwei hohe und mittlere Doppelsaiten, eine Basssaite), den Ostad Elahi erfunden hat. Siehe Celestial Harmonies, CD (Paris: Le Chant du Monde, 1994/2004).4 Es ist schwer, die volle Bedeutung dieses Lieds zu vermitteln, das in kurdischer Sprache auf einfache, aber kraftvolle Weise ausgedrückt wird. Jean During sagt dazu: „Die Sprache dieses Liedes ist in bewundernswerter Weise an den Ausdruck mystischer Liebe angepasst. Die poetischen Wendungen sind kühn, präzise und markant und drücken große Freiheit aus.“ The Spirit of Sounds: The Unique Art of Ostad Elahi (Cranbury, NJ: Cornwall Books, 2003), 75–6.

Samā

My Beginning and My End (Mein Anfang und mein Ende)

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