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My Beginning and My End (Mein Anfang und mein Ende)

Jelo Shāhī Suite on the Five-Stringed Tanbur

Ostad Elahi spielte diese Suite häufig, jedoch selten auf dem fünfsaitigen Tanbur. Es handelt sich um die einzige derartige Aufnahme. Er führt das Stück in einer ruhigen, friedlichen Atmosphäre mit folgenden Worten ein:

Ey Khodāvand-e tabārak va taālā rūh-e mān va tavajoh-e mān be sūy-e Tost
Ey Khodāyā
Īnak barāy-e meymanat-e shab-e emshab ke shab-e mobārakī be nazar mīresad, īnak shurū mīkonīm be yek Jelo Shāhī
Omīdvāram ke pasand-e maqām-e Manavī beshavad.
Hū yā Ali

O Gott, der Allmächtige und Große, unsere Seele und unsere Aufmerksamkeit sind Dir zugewandt, o Herr!
Jetzt, um an diesem Abend, der ein gesegneter Abend zu sein scheint, Deine Gunst zu erhalten, werden wir zunächst beginnen, Jelo Shāhī zu spielen.
Ich hoffe, dass es auf die Zustimmung des spirituellen Ranges trifft.

Das Stück beginnt mit mehreren Dur-Akkorden, die energisch angeschlagen werden. Die tiefen, majestätischen Klänge schwingen und füllen das gesamte hörbare Spektrum aus. Energie und Intensität des Spiels nehmen während des gesamten Stücks zu, immer wieder erklingt lebendiges Stakkato. Während einer eher getragenen Passage bei ungefähr 00:10:20 der Aufnahme teilt sich die Hauptmelodie scheinbar auf und führt zu mehreren verschiedenen melodischen Phrasen, die sich alle voneinander unterscheiden und dabei doch ergänzen, als hätten zusätzliche Instrumentalisten mit eingestimmt. Dadurch entsteht eine echte Polyphonie.

Dieses beinahe schon bildhafte Stück bietet eine Reihe musikalischer Darstellungen, die ein Gefühl der Erhabenheit, Würde und Vornehmheit vermitteln und sich wie Filmszenen entfalten. Zunächst nimmt man ein Gefühl der Freude wahr, das jedoch etwas verhalten ist. Die Melodien vermitteln ein Gefühl der Vorfreude, das sich bis zur finalen Passage zieht, welche die Ankunft des spirituellen Königs darstellt.

Alle typischen Melodien der Jelo Shāhī-Suite sind erkennbar1, sie werden hier jedoch völlig frei improvisiert. Bisweilen werden sie schneller gespielt, manchmal sind sie nur zwischen zwei Kavalkaden hörbar: die Rhythmen sind Rennen, Galoppaden und rauschende Wirbelstürme. Jede Melodie möchte scheinbar die vorherige ersetzen. Der üppige, orchestrale Klang, den Ostad Elahi dem fünfsaitigen Tanbur entlockt, verleiht dieser Interpretation eine meisterhafte Dimension: ein weiteres Zeugnis der Freiheit, die eines der Kennzeichen seines Spiels war.


1 Siehe The Celestial Music of Ostad Elahi, CD (Paris: Le Chant du Monde, 1996/2004), Track 1.

Jelo Shāhī Suite on the Five-Stringed Tanbur

My Beginning and My End (Mein Anfang und mein Ende)

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