

Dialogue With The Beloved (Dialog mit dem Geliebten)
4 Tracks1 HR2 MIN1997 Neuerscheinung 2004
Le Chant du Monde – Harmonia Mundi
Das Thema des intimen Dialogs zwischen der Seele und ihrem Schöpfer, das den persischen Dichtern so am Herzen liegt, findet in jedem einzelnen Stück dieser CD seinen Ausdruck. Musik und Poesie wirken hier zusammen, um verschiedenen spirituellen Zuständen Ausdruck zu verleihen. Die Shāh Hoseynī Suite, die Anbetung Sheykh Amīrīs und die mystischen Hymnen und Tänze vermitteln jeweils in ihrer eigenen, spezifischen Weise die unendliche Variationsbreite und -tiefe an emotionalen Zuständen, die den Dialog mit dem göttlichen Geliebten auszeichnen.
Shāh Hoseynī Suite (Part One)
a. Shāh Hoseynī (Melodie von Shāh Hoseyn)
Der Ursprung dieser Melodie ist unbekannt. Die ersten Töne klingen wie ein Ruf mit einem Kontrapunkt im tiefen Register. Gelegentlich verweilt Ostad Elahi auf einem oder zwei Tönen oder führt den Grundschlag beharrlicher fort, als wolle er einer Bitte Nachdruck verleihen. Dann steigt eine ungewöhnliche Harmonie auf und es wird eine Verbindung hergestellt: Man wandert durch wunderbare musikalische Landschaften in einem höheren Register. Nach der Rückkehr zum ursprünglichen Thema wird eine fröhlichere, polyphone Passage in einem tieferen Register dargeboten.
b. Bālā Dastān (tieferes Register auf dem Hals des Tanburs)
Der Name dieses traditionellen Stücks lässt vermuten, dass es im tiefen Register gespielte wird. Ostad Elahi nutzt jedoch das volle Register des Tanburs, um sie zu entwickeln.
c. Zīr-e Dastān (höheres Register auf dem Hals des Tanburs)
Dieses Stück suggeriert ein freies Spiel von Fragen und Antworten zwischen dem hohen (zīr) und dem tiefen (bālā) Register, das den letzten sieben Bünden bzw. den ersten sieben Bünden entspricht. Der Modus ist fröhlich, er erinnert an das Dur-Tongeschlecht. Einige Passagen vermitteln den Eindruck, dass zwei Tanburs gleichzeitig spielen.
d. Do Bālā
Bālā bezieht sich auf einen bestimmten Abschnitt der Tonleiter. Einige glauben, dass es sich auch um die Melodie eines Tanzes handelt, bei dem die Arme wie zwei (do) Flügel (bāl) ausgebreitet werden.
e. Karīm Khānī (Melodie von Karīm Khān)
Der Enthusiasmus wird aufrechterhalten, bis eine Änderung des Rhythmus eine allmähliche Beruhigung bewirkt.
f. Chūpānī (Hirtenmelodie)
Die Atmosphäre ist jetzt gelassener; die Melodie wird auf dem Instrument vorgetragen. An die Aufregung von eben erinnert lediglich ein inneres Gemurmel.
g. Bārīya Bārīya (königlicher Hof)
Der Titel dieses Stücks bezieht sich auf den Hof des Herrn, die Göttliche Schwelle. Diese Melodie war ein Lied, bevor sie in Instrumentalform übermittelt wurde. Dieser Titel ist zugleich der Name eines Kapitels in einem Manuskript der Kalāms aus der Ahl-e-Haqq-Tradition (15. Jahrhundert n. Chr.). Darin erkennt einer der sieben Gefährten von Sultān Sahāk seine göttliche Essenz und erinnert an die ständige Wiederkehr der Theophanien im Verlauf der Geschichte. Das chromatische Thema ist gleichzeitig fremd und faszinierend. Die Intervalle, die mit der tieferen Stimme gebildet werden, sowie der Rhythmus erzeugen eine Atmosphäre der Erhabenheit.
Trackliste
Shāh Hoseynī Suite (Part One)
Dialogue With The Beloved (Dialog mit dem Geliebten)
Shāh Hoseynī Suite (Part One)
Dialogue With The Beloved (Dialog mit dem Geliebten)