

Dialogue With The Beloved (Dialog mit dem Geliebten)
4 Tracks1 HR2 MIN1997 Neuerscheinung 2004
Le Chant du Monde – Harmonia Mundi
Das Thema des intimen Dialogs zwischen der Seele und ihrem Schöpfer, das den persischen Dichtern so am Herzen liegt, findet in jedem einzelnen Stück dieser CD seinen Ausdruck. Musik und Poesie wirken hier zusammen, um verschiedenen spirituellen Zuständen Ausdruck zu verleihen. Die Shāh Hoseynī Suite, die Anbetung Sheykh Amīrīs und die mystischen Hymnen und Tänze vermitteln jeweils in ihrer eigenen, spezifischen Weise die unendliche Variationsbreite und -tiefe an emotionalen Zuständen, die den Dialog mit dem göttlichen Geliebten auszeichnen.
Ostad Elahi’s Sheykh Amīrī
Diese Melodie geht in ihrer Grundform auf Sheykh Amīr, einen kurdischen Mystiker aus dem 18. Jahrhundert, zurück. Nach einem plötzlichen spirituellen Erwachen verfasste der ungebildete Schafhirte zahlreiche Gedichte mit tiefer spiritueller Bedeutung und reich an Symbolik.
Diese Melodie wurde sehr bekannt und wurde häufig als Einladung zu einer innigen Unterhaltung mit Gott gesungen. Es gibt 17 Varianten dieser Melodie, die einfachste ist von Sheykh Amīr selbst, die kunstvollste von Ostad Elahi. Hierbei handelt es sich um eine der bewegendsten Melodien in Ostad Elahis Repertoire. Sie erinnert die Seele an ihren Ursprung, erweckt sie und deckt tief verschüttete Erinnerungen auf, darunter auch eine Sehnsucht nach ihrem ursprünglichen Heim.
Das melodische Motiv wird häufig von gesungenen Versen von Sheykh Amīr in Form eines intimen Dialogs begleitet. Der letzte Vers wendet sich an den Schöpfer.
Delay gonāhkār, delay zabūnbakht, cha azal gonāhkār
Ar cha rūy azal mowyāī borda-bār, pey chīsh makaftī, dūr tcha qāpī yār
Sobh-o shām sajdat āw bashar maward, salwātet wa dīn hazerāt makard
Weyarday sālān ablay nāshenākht, majnūn-e kam fām nābīnāy kajbakht
Awan sang-e sakht dāy wa dīdey weyt, yak yak namāyān gesht āmā nareyt
Ozr-e mazurīt wa kī nakīshā, cha [wa] bordabārī pīshat na īshā
To narāy khedmat darset kam wānā, tārīkī pāy sham wa to namānā
Marham cha qāpī yār-e māyadār, bebakhshū gonāh kalb-e gonāhkār
O mein sündiges Herz, wie schwach und elend
Sünder seit Anbeginn der Schöpfung
Wenn du nur am Anfang mehr Geduld hättest (wie es dir an Respekt und Geduld gefehlt hat)
Was hast du getan, dass du dich vom Heiligtum Gottes entfernt hast?
Von morgens bis abends hast du dich vor den Menschen niedergeworfen und ihre Götzen angebetet
O du, der du nach so vielen Jahren immer noch nicht verstehst (die Wahrheit nicht begriffen hast)
Du, der in Unwissenheit ertrunken bist, o geistlose Kreatur, blind und elend!
Der harte Stein, mit dem du dein Augenlicht geblendet hast!
Einer nach dem anderen hast du die Konsequenzen deiner Handlungen erlitten
Gibt es jemanden, vor dem du dich nicht gedemütigt hast?
Das Leiden, das du durchgemacht hast, hat die Tiefen deines Seins erreicht
Auf deinem Weg hast du nicht genügend Lehren gezogen
Stattdessen fiel dir nur der Schatten am Fuß der Kerze zu
Das Heilmittel gegen meine Schmerzen muss ich vom höchsten Weisen erbitten
Wirst du nicht Erbarmen haben und diesen demütigen Diener von seinen Sünden befreien?
Ostad Elahi spielte ausschließlich im Kreise seiner Familie und enger Freunde. Wie auf dieser Aufnahme zu hören ist, gibt er am Ende des Stücks das Datum als die Nacht vor dem Sonntag, den 21. März 1965, an, der den Beginn von Nowruz, dem persischen Neujahrsfest, markierte. Er drückt seine Hoffnung aus, dass das Stück dazu beigetragen hat, die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer auf das Reich der Wahrheit zu lenken.
Trackliste
Ostad Elahi’s Sheykh Amīrī
Dialogue With The Beloved (Dialog mit dem Geliebten)
Ostad Elahi’s Sheykh Amīrī
Dialogue With The Beloved (Dialog mit dem Geliebten)