

Destinations (Bestimmungen)
9 Tracks1 HR50 MIN2008
Le Chant du Monde – Harmonia Mundi
Diese Doppel-CD (die neunte und zehnte CD der Sammlung Le Chant du Monde) mit Ostad Elahis Kompositionen, Modi und Improvisationen auf dem Tanbur beginnt mit einem der fesselndsten und meditativsten Stücke in Ostad Elahis gesamtem Repertoire, der Sheykh Amīrī-Suite, von der hier alle siebzehn Variationen zu hören sind. Jede dieser Versionen bringt jeweils eine Facette der innigen Beziehung zum Geliebten zum Ausdruck und ist gleichzeitig Beweis für das besondere musikalische Talent und die Spielfertigkeit dieses Künstlers. Die zweite CD präsentiert neben mehreren Suiten die Geschichte von Ābedīn, einem frommen Theologen und Gelehrten, der den Weg der Mystik als Ketzerei verspottete, bis er selbst eine mystische Verwandlung durchlebte, die sein inneres Auge öffnete und ihn mit göttlicher Liebe erfüllte.
Improvisation in Bābā Jalīlī in Fourths Followed by the Suite Zang-e Shotorī in Seconds
Diese Aufnahme ist der Höhepunkt der Improvisationskunst, eine Art Initiierungsreise, bei der mehrere Melodien aufgegriffen, aufgefrischt und nebeneinander platziert werden. Sie werden sowohl durch rhythmische Veränderungen als auch durch eine Gegenmelodie auf der tiefen Saite verziert und komplexer gestaltet. Ostad Elahi genießt es, sie auf verblüffend natürliche Art und Weise gleichzeitig sprechen, singen und Lachen zu lassen. Er scheint zu einem Abenteuer ohne festgelegtes musikalisches Schema aufzubrechen; er greift auf, was ihm gerade begegnet, und verwendet es immer wieder als Ausgangspunkt für neue Schöpfungen, die noch komplexer und feiner ausgearbeitet sind. Er formt die Melodien nach Belieben, wie Ton, der in seinen Händen weich wird, ganz wie sein Instrument, das durch seine Berührung ebenfalls zu Wachs wird. Technische Schwierigkeiten verschwinden, wie beispielsweise in einer Passage aus zwei Akkorden mit dem Farangī-Akkord, der die Improvisation bekanntermaßen erschwert. Während jede Melodie, die er anspielt, normalerweise in einem einzigen Block dargeboten wird und jede Auslassung das Ganze zum Einsturz bringen könnte, nimmt sich Ostad Elahi die Freiheit, Elemente zu verschieben, hier und da etwas herauszunehmen und an anderer Stelle wieder einzusetzen, vielleicht sogar ein zweites Mal, ohne jemals die Kohäsion und die Harmonie des Ganzen zu verändern.
Die binären und tertiären Rhythmen gehen im gesamten Stück fließend ineinander über. Eine üblicherweise im binären Rhythmus ausgedrückte Melodie geht in einen ternären Abschnitt über, bevor sie sich in ein völlig neues Motiv verwandelt. Es ist höchst außergewöhnlich, dass der Tanbur hier von einer Daf (Rahmentrommel) begleitet wird. Der Tanbur ist nämlich trotz seiner Einfachheit ein eigenständiges Instrument; die rechte Hand markiert sehr klar den Rhythmus sowie gewünschte Varianten, sodass kein weiteres Instrument erforderlich ist. Von allen Veröffentlichungen Ostad Elahis am Tanbur ist dies die erste Aufnahme, bei der er von einem Perkussionsinstrument begleitet wird. Die Begleitung ist sehr nüchtern und drängt nicht in den Vordergrund. Der Perkussionist ist Hādj Amīn, Ostad Elahis ältester Sohn. Neben seinen herausragenden Künsten auf der Daf war er auch ein ausgezeichneter Tanbur-Spieler und ein Kenner des kurdischen Tanzrepertoires.
Trackliste
CD 1
CD 2
Improvisation in Bābā Jalīlī in Fourths Followed by the Suite Zang-e Shotorī in Seconds
Destinations (Bestimmungen)
Improvisation in Bābā Jalīlī in Fourths Followed by the Suite Zang-e Shotorī in Seconds
Destinations (Bestimmungen)CD 1