

Celestial Harmonies (Himmlische Harmonien)
6 Tracks53 MIN1999 Neuerscheinung 2004
Le Chant du Monde – Harmonia Mundi
Diese CD enthüllt eine weitere Facette von Ostad Elahis Spiel: Er spielt hier seine Improvisationen nicht nur auf der Setār und der Tanbur, die beide eine spezifische Technik erfordern, sondern zudem auf der fünfsaitigen Tanbur, die er selbst entwickelt hat, vermutlich als Synthese persischer und kurdischer Lauteninstrumente. In einigen der dargebotenen Stücke wird auch gesungen. Die Kombination dieses unverwechselbaren Stils, der geheimnisvollen Klänge und der ungewohnten Dissonanzen entführt den Zuhörer in ein unbekanntes Territorium.
Wālā Wītāna
Dieses Stück erfährt eine unerwartete und originelle Interpretation. Dabei erinnert es gelegentlich an die Variationen desselben Themas in der Nadschaf-Melodie (siehe Track 1). Obwohl es ein modales Stück ist, wechseln sich Dominante und Tonika ab. Der erste Teil wird durch ein Gebet erweitert, das Ostad Elahi besonders mochte und das von einer Grundmelodie (gūshe) der klassischen iranischen Musik namens Mansūrī inspiriert ist. Der gesungene Text ist ein Gebet von einem spirituellen Gefährten von Shāh Khoshīn, einem großen kurdischen Heiligen des 11. Jahrhunderts, der den Tanbur zu einem heiligen Instrument erhob.
In diesem Gebet drückt der Dichter seine alleinige Liebe für das Göttliche aus:
Du warst mein Anfang, Du wirst mein Ende sein
Du schöpftest mich aus einem Wassertropfen
Dein Himmel oder Deine Hölle bewegen mich nicht
Meine einzige Hoffnung ist, dass Du immer bei mir sein wirst.
Die Melodie des nächsten Abschnitts wurde von Ostad Elahi basierend auf Versen von Pīr Razbār, einer verehrten kurdischen Heiligen aus dem 14. Jahrhundert, arrangiert. Ihre Dichtung drückt den spirituellen Zustand derer aus, die die „Ebene“ der Leidenschaft auf der Suche nach dem Göttlichen durchqueren, so überwältigt von der göttlichen Liebe, dass sie sich mit einfachen Worten an Ihn wenden, die wie folgt beginnen:
Eshq-e Haqq wa sar sheet-e wītāna
Wa(Cha) manzelgātān kām djā djītāna
Sie lieben die Wahrheit, diejenigen, die wir als Liebende Gottes bezeichnen
Welchen Platz habt ihr in der Ewigkeit?
Auf diesen Abschnitt folgt Mobārak Bādā. Klangfarbe und Atmosphäre verändern sich, die Grundstimmung wird nostalgischer. Verschiedene Themen vereinen sich in einer Passage, die reich an Polyphonien, Harmonien, Nuancen und rhythmischen Verschiebungen ist. Darauf folgt wiederum eine Variante von Zang-e Shotorī – ein ruhiges, melodisches und heiteres Stück, dessen sanftes Schwingen an den Marsch der Kamele in einer Karawane erinnert. Auch die musikalische Form wurde aus der persischen Klassik übernommen.
Trackliste
Wālā Wītāna
Celestial Harmonies (Himmlische Harmonien)
Wālā Wītāna
Celestial Harmonies (Himmlische Harmonien)