

Celestial Harmonies (Himmlische Harmonien)
6 Tracks53 MIN1999 Neuerscheinung 2004
Le Chant du Monde – Harmonia Mundi
Diese CD enthüllt eine weitere Facette von Ostad Elahis Spiel: Er spielt hier seine Improvisationen nicht nur auf der Setār und der Tanbur, die beide eine spezifische Technik erfordern, sondern zudem auf der fünfsaitigen Tanbur, die er selbst entwickelt hat, vermutlich als Synthese persischer und kurdischer Lauteninstrumente. In einigen der dargebotenen Stücke wird auch gesungen. Die Kombination dieses unverwechselbaren Stils, der geheimnisvollen Klänge und der ungewohnten Dissonanzen entführt den Zuhörer in ein unbekanntes Territorium.
Hymns
Ostad Elahi hatte eine kleine persische Setār, die er Bolbol (Nachtigall) nannte. Dabei handelte es sich um eine Replik seines fünfsaitigen Tanburs, nur etwas kleiner. Er nahm das Reiseinstrument mit dem flachen Korpus auf fast jede seiner Reisen mit. Seine Spielweise übertraf alle Erwartungen: Völlig frei kombinierte er Techniken, die dem Tanbur eigen waren (den „Roll“ der Finger auf allen Saiten), mit denen der Setār (Spiel mit nur einem Finger). Sein Stil wurde vor allem bei den Setār-Spielern, die ihn bewunderten, sehr beliebt. Hier spielt Ostad Elahi in seinen letzten Lebensjahren (in den frühen 1970ern) im engen Kreis der Familie. Trotz der schlechten Aufnahmequalität vermittelt das Stück die spirituelle Leidenschaft, die die Versammelten einte.
Āmān Sad Āmān
Dieses Stück wurde von Ostad Elahis Vater, Hādj Nematollāh, zu Beginn seiner Erleuchtung um 1901 komponiert. Der Text, der die Gnade des Schöpfers anruft, ist eine Art Bittgesuch an den spirituellen König oder Geliebten:
Āmān sad Āmān, shāy karamdārān
Karam kheyre kar, wa hāl-e yārān
Sei gnädig, o gnädiger König
Segne Deine Gefährten mit Deiner Güte
Ey Darvīsh Darvīsh
Auch dieses Stück wurde von Hādj Nematollāh in dieser Zeit komponiert. Es wendet sich an den Herrn, der hier als Derwisch bezeichnet wird. Es scheint, dass der Geliebte Hādj Nematollāh in Gestalt eines Derwischs erschien und er dieses Lied zu Seinen Ehren komponierte:
Ey darvīsh darvīsh, īmānem darvīsh
Ez va fedāt bām, pā benyar wa pīsh
O Derwisch, o Derwisch, mein Glaube ruht in Dir
Mein Leben ist Dein, komm zu mir, komm!
Soltān Sahākī
Die Musik und der Text stammen von Ostad Elahi:
Soltān Sahākī Ali gīān
Shāy tanīā tākī Ali gīān
Du bist Soltān Sahāk, o geliebter Ali
Du bist der einzigartige und unvergleichliche König, o geliebter Ali
Hier wird nur die Melodie gespielt.
Shīrīna Leylā
Ursprünglich wurde diese sanfte Melodie verwendet, um eine Hymne von Hādj Nematollāh zu begleiten, die wie folgt übersetzt werden kann: „Alles in dieser Welt ist vergänglich, o Dāwūd / Nur die Wahrheit wird bleiben, o Dāwūd.“ Damit bezieht er sich auf folgenden Koranvers: „Jeder, der auf Erden weilt, muss vergehen, doch das Antlitz deines erhabenen und ehrwürdigen Herrn bleibt .“1
Obwohl diese Hymne Dāwūd, dem Erzengel der Gnade, gewidmet ist, beschwört sie die göttlichen Attribute der Erhabenheit und Strenge, so dass sie, von einer Gruppe vorgetragen, als bedrohlich empfunden wurde. Auf einer seiner Reisen in den Westen Irans änderte Ostad Elahi den Text und verwandelte diese Trauerhymne in eine der Freude:
Shīrīna Leylāna leylāna
Shīrīnī khorīā vey mīkāna
Hier haben wir Süße gekostet ...
1 55: 26–7.
Trackliste
Hymns
Celestial Harmonies (Himmlische Harmonien)
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