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Awakening (Erwachen)

Qatār followed by Saharī

Dieses Stück entfaltet sich als eine Art Dialog zwischen zwei spirituell Liebenden und wird zunächst im Qatār-Modus interpretiert.1 Qatār ist ein wichtiger kurdischer Modus, der Elemente aus der persischen Musik enthält. Hier wird er tiefgründig, meditativ und im ohne festen Takt dargeboten. Der Tanbur wird hier wie eine Setār gespielt: Die Saiten werden nicht wie üblich mit allen Fingern angeschlagen, sondern mit dem Zeigefinger der rechten Hand gezupft. Trotz dieser technischen Beschränkung schafft Ostad Elahi ein extrem dichtes Stück, das Ruhe, Stärke und Würde vermittelt. Der Melodieverlauf beruht auf einem empfindlichen Gleichgewicht, die auf den Resonanzboden schlagenden Finger vermitteln den Eindruck großer Entschlossenheit.

Auf diese Passage folgen Improvisationen im Saharī-Modus (siehe Track 4). Der Dialog zwischen den Liebenden geht weiter; sie antworten einander wie zwei Vögel im Morgengrauen, die auf zwei Oktaven oben und unten auf dem Hals des Tanburs „sitzen“. Dann fliegen sie gemeinsam davon, vereint im verzehrenden Strudel ihrer Liebe.

Die Themen des Tanzes am Schluss dieses Stückes laden dazu ein, sich von diesem Impuls reiner Liebe mitreißen zu lassen und ebenso vielfältige wie unerwartete Welten zu entdecken: Mitten in einem anregenden Tanz ändert Ostad Elahi plötzlich die Stimmung seines Instruments von Quarten zu Sekunden und lässt dadurch die Atmosphäre in einem neuen Licht erscheinen.


1 Siehe CD, Cascade, Le Chant du Monde/Harmonia Mundi, 2002; Neuveröffentlichung 2004.

Qatār followed by Saharī

Awakening (Erwachen)

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