

A Spiritual Epic (Ein spirituelles Epos)
4 Tracks57 MIN1998 Neuerscheinung 2006
Le Chant du Monde – Harmonia Mundi
Eine Zusammenstellung der schönsten Improvisationen, die Ostad Elahi auf dem Tanbur spielt. Die Feierlichkeit und Größe der Tarz-e-Yārī und der Sārū-Khānī-Suite – beide im selben Modus gespielt – wechseln sich ab mit den bewegten Tanz-Rhythmen von Tan Amīrī und Pā Kotakī, die Ausgelassenheit und Ekstase hervorrufen. Wie sich auch auf dieser CD zeigt, ist es ein typisches Merkmal der Musik von Ostad Elahi, dass er den großen spirituellen Persönlichkeiten der kurdischen und persischen mystischen Traditionen durch eigens für sie komponierte Stücke Tribut zollt.
Sārū Khānī Suite
Diese modale Melodie trägt den Namen ihres heiligen Autors oder Übermittlers und gehört zu den Melodien, die einen rein mystischen und hingebungsvollen Ursprung haben. Es handelt sich hier um eines der beliebtesten Lieder in der religiösen Tradition Ostkurdestāns. Es soll die mystische Liebe zelebrieren, doch im Gegensatz zu vielen anderen Liedern, in denen man einen intimen Dialog mit sich selbst führt, ist Sārū Khānī durch einen wichtigen erzählerischen und diskursiven Aspekt gekennzeichnet. Der interne Rhythmus ist der der Sprache selbst, mit einer Artikulation, die der Deklamation nahekommt. Daher ist es sehr weit vom Flüstern und Stöhnen der anderen Stücke dieser Art entfernt. Diese Melodie lässt sich leicht mit der klassischen persischen Dichtkunst (mit Mustern aus sich abwechselnden langen und kurzen Vokalen) verbinden. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese lyrisch, didaktisch oder narrativ ist.
Wie beim Spiel der Barden üblich, werden zwischen zwei Deklamationen, in denen noch einige Worte gesummt werden können, instrumentale Motive eingeführt. Bei Sārū Khānī erinnert das Zwischenthema im Dreiertakt (Zang-e-Shotorī) an das Galoppieren eines Kamels und wird von der Rezitation göttlicher Namen wie Haqq und Ali begleitet. Nach Sārū Khānī interpretiert Ostad Elahi eine sehr zurückhaltende Version von Halparka, einem Tanz, dessen Rhythmus aus 10 kurzen Schlägen (3+2/2+3) besteht.
Er schließt die Improvisation mit einem Tanz im Zweiertakt namens Shān Jonbānak („die Schultern bewegen“) ab. Ostad Elahi pflegte zu sagen, dass man diese Melodie nur dann richtig spielen könne, wenn man dazu die Schultern entsprechend bewegt. Diese Sequenz wurde in den späten 1960er Jahren im Haus Ostad Elahis während einer abendlichen Zusammenkunft von 15 bis 20 Menschen aufgenommen. Nach einem Gespräch mit seinen spirituellen Schülern begann Ostad Elahi häufig zu spielen, bevor die Aufnahmegeräte eingeschaltet werden konnten. Das war auch an diesem Abend der Fall, daher fängt die Aufnahme kurz nach dem Anfang der Einleitung an. Leider war es nicht möglich, die Nebengeräusche zu eliminieren, die diese meisterhafte Interpretation gelegentlich beeinträchtigen.
Trackliste
Sārū Khānī Suite
A Spiritual Epic (Ein spirituelles Epos)
Sārū Khānī Suite
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